mit Waltraud Froihofer, Froihof



Zusammen mit Walter Sommersguter bewirtschaftet Waltraud Froihofer in den steirischen Fischbacher Alpen den Froihof, der sich seit 22 Generationen im Familienbesitz befindet. In 960-1200 Metern Seehöhe wird auf dem Bergbauernhof Kraut angebaut und nach historischen Vorgaben in der Krautgrube eingelagert. Nach mehrmonatiger schonender Vergärung kann das von Slow Food als Presidio-Produkt ausgezeichnete Grubenkraut genossen werden.

Biobäurin sein bedeutet für mich:
die Freiheit, auf die Natur schauen zu können, mit ihr zu arbeiten und die Chance, einen Beitrag für eine gesunde Lebensumwelt leisten zu können. Ich sehe die Natur als Partnerin und nicht als Mittel zum Zweck. Bio-Bäurin sein bedeutet aber auch geistige Freiheit, Lebenseinstellung und Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen, die über Gen-Technik, Saatgutpatente und Herbizide an einer stetigen Machtausweitung arbeiten.


Um Grubenkraut herzustellen, braucht man: ein hochwertiges Ausgangsprodukt – natürlich und ohne Bewässerung gewachsenes Weißkraut von alten samenfesten Sorten – Liebe zu handwerklicher Arbeit, Humor – nicht zuletzt aufgrund der Arbeitsintensität, Feingefühl im Umgang mit dem Rohprodukt Weißkraut, eine Schönwetterphase beim Krauteinlegen, die Ruhepause während das Kraut in der Grube reift und Menschen, die es gerne aufessen.


Das Beste an traditionellen Produktionsmethoden ist:ihre Reduziertheit auf das Wesentliche, ihre Funktionalität, Unabhängigkeit von technischen Innovationen und industriellen Fertigungsmechanismen und die Fähigkeit, Wissen zu speichern und verfügbar zu halten.


Konservierungsmittel finde ich:sind am (Bio-)Bauernhof fehl am Platz.
Sie sind eine Erfindung, ohne welche die   Nahrungsmittelindustrie "arm" dran wäre.
Und sie machen zum Zweck einer künstlich verlängerten Haltbarkeit aus ursprünglich lebenden Produkten tote Produkte – aus Lebensmitteln quasi „Totmittel“.


Beim Krautkochen sollte man: auch mal Mut zu einer etwas längeren Kochzeit haben (bis zu 1 1/2 Stunden), wobei auch kurz gedünstetes Grubenkraut (20 bis 30 Minuten) eine interessante Geschmacksvariante darstellt. Vor allem das jung gereifte Grubenkraut (5 bis 7 Monate) sollte man eher sparsam würzen und bei klassischer Zubereitung Grammeln oder geröstete Zwiebeln und Selchspeck erst kurz vorm Servieren dazugeben. Länger gereiftes Grubenkraut, das von Natur aus mehr Säure enthält, sollte man am besten leicht karamellisieren.


Mein Lieblingrezept mit Grubenkraut:Lauwarmer Grubenkrautsalat mit saurem Waldschaf.
Das Waldschaf ist eine alte heimische Schafrasse mit ausgezeichneter wildähnlicher Fleischqualität, die selbst bei ausgewachsenen Tieren keinen störenden Schafgeruch entwickelt. Waldschaf ist ein Slow Food Arche-Produkt. Stattdessen eignet sich aber auch saures Rindfleisch hervorragend.
Zum Rezept

 
IMPRESSUM   AGBs   ©2006 vielfalt.com